30.04.2012, KVP Schweiz

Ehe stärken

Hirtenbrief des Bischofs von Chur auf der Zielgeraden

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Der Bischof von Chur hat mit einem Hirtenbrief zur Fastenzeit 2012 zur Ehe Stellung genommen. Seine Kernaussage: die Ehe ist unauflöslich. Damit hat er die theologische Grundlage in Erinnerung gerufen, auf der eine verantwortungsbewusste Ehe- und Familienpolitik gemäss Naturrecht und Vernunft arbeiten muss.

 

Der Inhalt des Hirtenbriefs ist klar. Er basiert auf dem Glaubensverständnis der katholischen Kirche über die Ehe. Politisch kommt diese Lehre in der katholischen Soziallehre zum Ausdruck. Die Politik der KVP basiert auf dieser Lehre. Ehe und Familie sind ein Kernthema der Partei. Sie begrüsst den Hirtenbrief daher sehr. Zu rein religiösen Fragen wie dem Kommunionempfang durch wiederverheiratete Geschieden nimmt die Partei keine Stellung, da diese Frage ausserhalb ihrer politischen Kompetenz liegt. Sie kann immerhin bemerken, dass in jedem Rechtssystem ein Verstoss gegen wichtige Regeln Sanktionen zur Folge haben muss.

Die natürliche Ehe (Naturehe)

Der Bischof argumentiert weitgehend aus der Sicht des Glaubens. Die KVP demgegenüber ist eine politische Partei und argumentiert primär aufgrund des Naturrechts und der Vernunft. Das hat den Vorteil, dass Personen ohne katholisches Glaubensbekenntnis sich nicht allein deswegen von einer Argumentation abgestossen fühlen, weil sie unter einem religiösen Etikett daherkommt. Religiöse Schwärmerei und Personenkult werden mit dieser Taktik leichter erkannt. Dies wiederum ist wünschbar, weil die katholische Soziallehre Anspruch erhebt, auch für Nichtkatholiken Richtschnur zu sein. Adressaten des Hirtenbriefes waren daher nicht nur Katholiken, sondern Christen allgemein und auch Nichtchristen. Sie alle tragen zur bekannten Scheidungsquote bei. Der katholische Glaube hilft freilich, das Naturgesetz der unauflöslichen Ehe leichter zu beachten. Das kann mit aktuellen Sozialstatistiken aus der Schweiz belegen werden. Überzeugte Katholikinnen und Katholiken scheiden weniger. Man muss indes nicht zwingend Christ sein, um dieses Naturgesetz einzusehen und zu befolgen.

Auch aus dem Blickwinkel des Naturrechts und der Vernunft sind die Ausführungen des Bischofs richtig. Jegliche Ehe, die gültig geschlossen ist, auch zwischen Ungläubigen, geniesst kraft Naturrechts oder positiven Rechts innere Unauflöslichkeit.“ (Päpstlicher Rat für die Familien, Familienlexikon, S. 686). „Die zehn Gebote (…) bringen den Inhalt des Naturrechts in vorzüglicher Weise zum Ausdruck (…) und damit indirekt auch die Grundrechte, die der Natur der menschlichen Person innewohnen.“ (Kompendium der Soziallehre der Kirche, Ziffer 22). Deshalb nimmt die KVP die zehn Gebote als Grundlage ihrer Politik. Papst Benedikt XVI. regte an: „Vielleicht könnte man sich bei künftigen Bemühungen stärker (…) auf das Kompendium kirchlicher Soziallehre stützen.“ Die KVP macht das seit jeher.


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