24.11.2016, KVP Schweiz

Die sanierungsreife Gesellschaft

Ja zur Atomausstiegsinitiative

Der Vorstand der KVP empfiehlt ein Ja zur Volksinitiative „Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie“, über die am 27. November 2016 abgestimmt wird. Das Gefährdungspotenzial der Atomkraftwerke und die ungelöste Entsorgung des Atommülls sind die ausschlaggebenden Gründe. Der Ausstieg erfordert beträchtliche Anstrengungen der Gesellschaft, namentlich in finanzieller Hinsicht. Trotzdem erscheint der von der Initiative vorgesehene Ausstiegsplan als verhältnismässig, und es eröffnen sich Chancen für neue Arbeitsplätze in einer natürlichen, organischen Wirtschaftsordnung.

 

Die KVP hat sich im Jahre 2011 ausdrücklich für den Atomausstieg ausgesprochen. Atomkraftwerke bergen ein Gefährdungspotential, das, wenn es zum Ernstfall käme, die Schweiz als selbständigen Staat auslöschen oder zumindest massiv schädigen würde. Eine verantwortungsvolle Politik lässt solche Gefahren nicht entstehen. Die Atomenergie hat sich langfristig nicht bewährt. Nach wie vor ist auch die Frage des Atommülls nicht gelöst. „“Pro Jahr werden hunderte Millionen Tonnen Müll produziert, von denen viele nicht biologisch abbaubar sind“, hält die Enzyklika „Laudato si‘“ (Ziffer 21 f.) fest. Der Atommüll gehört gemäss dem Lehrschreiben dazu. „Die Erde, unser Haus, scheint sich immer mehr in eine unermessliche Mülldeponie zu verwandeln.“

Die KVP findet, der Ausstieg ist technisch und finanziell machbar zugunsten erneuerbarer Energien; der Ausstiegsplan erscheint verhältnismässig. Die Initiative gibt der Wirtschaft die Chance, sich radikal neu zu orientieren, wie die katholische Soziallehre es seit Jahren fordert, weg von eine Wegwerfgesellschaft hin zu neuen Arbeitsplätzen in einer natürlichen, organischen Wirtschaftsordnung.

In jedem Fall befürwortet die KVP das neue Energiegesetz, gegen das zurzeit freilich noch das Referendum läuft. Das Gesetz sieht vor, dass keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut werden dürfen. Die politische Lage für den Atomausstieg ist daher immer noch labil, jahrzehntelange Erneuerungen der bestehenden Kraftwerke sind nicht undenkbar, und es rechtfertigt sich daher, heute über den konkreten Ausstiegsplan zu entscheiden und diese Frage nicht zukünftigen Politikergenerationen zu überlassen.

 

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